Liebende
Inhaltsangabe zu "Liebende"
„„Lieben musst du jetzt, in diesem Augenblick. Verschieb es nicht auf morgen."Diese poetische Liebesgeschichte entführt einen mitten in die Kostbarkeit des Lebens und hat Millionen Menschen berührt.
Gibt es so etwas wie Bestimmung im Leben? Blauperlenauge, der Karpfen eines Tempelglöckchens, kann zumindest sein Glück kaum fassen, als er Schwarzperlenauge begegnet: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Zusammen werden sie hoch oben am First des buddhistischen Tempels angebracht und spielen mit ihren Glöckchen im Wind, um traurigen Menschen Trost zu spenden und Freude in einsame Herzen zu tragen.
Mit den Jahren wird Blauperlenauge jedoch unzufrieden. Ihm ist sein Leben zu eng geworden. Er möchte frei sein, die Welt entdecken und erfahren, was Liebe wirklich bedeutet. Wie durch ein Wunder wird ihm dies tatsächlich ermöglicht. Er erlebt viele gefährliche Abenteuer, bis ihm das wahre Wesen der Liebe bewusst wird. Blauperlenauge erkennt, dass er nicht anders sein muss, als er ist, und dass sich in der Akzeptanz erst die Schönheit des Lebens offenbaren kann.
Jeong Ho-seung ist Südkoreas bekanntester Dichter. Mit dieser spirituellen Fabel gelingt es ihm, unaufdringlich an das Wesentliche im Leben zu erinnern und mit seiner einfühlsamen Poesie und Weisheit direkt die Herzen der Menschen zu erreichen.
Die acht Illustrationen von Gisela Goppel wurden extra für die deutsche Ausgabe von „Liebende“ angefertigt.
Poetisch pathetisch
Blauperlenauge und Schwarzperlenauge sind Liebende, zwei Fische in einem Windspiel, das am First eines Tempels seine Glöckchen erklingen lässt. Tag für Tag, Jahr um Jahr hängen die Fische an ihren Fäden, so nah und doch so ferne. Blauperlenauge fühlt sich einsam, ihr erscheint Schwarzperlenauge gleichgültig. Blauperlenauge beginnt von einem anderen, einem neuen Leben zu träumen und macht sich auf in die Welt, diese zu erkunden.
Liebende ist eine Fabel, ein Gleichnis über Liebe, Trennung, Schmerz, Verlust und Tod. Die Sprache poetisch pathetisch
„Wenn das Denken sich verändert, verändert sich auch das Verhalten, und wenn man sich anders verhält, fühlt das Leben sich anders an. Fliegen wir los! Fliegen wir los, um diesen Tag, der sich heute nennt, nicht zu vergeuden!“
Blauperlenauge wachsen Flügel, er wird zu etwas ganz Besonderem. Doch mit dieser Besonderheit sind auch viele Gefahren verbunden. Er erleidet Schmerz, Kummer, glaubt wieder wahre Liebe gefunden zu haben, wird enttäuscht. „Abschied und Wiederbegegnung – so ist das Leben.“
Blauperlenauges Verluste schmerzen ihn zutiefst. Das Gottebild, das der Autor Jeung Ho-Seung in seiner Fabel vermittelt ist ein grausames: „Zugleich dankte ich auch Gott, weil ich die Qualen des Todes hatte erfahren dürfen. Diese Qualen hatte Gott mir geschenkt, weil er mich so liebte, und im Dahinschwimmen dachte ich, dass er in solchen Momenten mit mir litt.“
Letztlich landet Blauperlenauge wieder am Ausgangspunkt seiner Reise. Bestimmt dazu, ein Fisch an einem Windspiel zu sein, kein Vogel, der ein neues, kreatives Leben versucht zu leben. Wenn das Fazit dieser Parabel ist, dass nur wer glücklich und erfüllt ist, wer dabei bleibt nach seiner Bestimmung zu leben, keine Veränderung zulässt, keine Weiterentwicklung, dann kann ich mich mit diesem Fazit nicht anfreunden.